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Johanniskraut: Was es kann, welche Dosis wirkt – und die wichtigen Wechselwirkungen

Johanniskraut ist das meisteingesetzte pflanzliche Antidepressivum in Deutschland – mit gut belegter Wirksamkeit bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen. Hier finden Sie Laif 900, Neuroplant aktiv, Jarsin 450 und weitere – geprüft von den Apothekerinnen und Apothekern Ihrer echten Apotheke seit 1979, versandkostenfrei ab 39 €.

Welche Dosis wirklich wirkt

Klinisch wirksam bei depressiven Verstimmungen sind Extrakte mit mindestens 900 mg Johanniskraut-Trockenextrakt täglich – das entspricht Laif 900 Balance (1× täglich) und Neuroplant aktiv (1× täglich). Präparate mit 425–500 mg (Jarsin 450, Johanniskraut Madaus, Tetesept) werden 2× täglich eingenommen und erreichen so ebenfalls die Wirkschwelle. Johanniskraut-Tees und Säfte sowie niedrig dosierte Präparate (Kneipp Dragees) liegen weit unter der klinisch wirksamen Dosis – als Getränk angenehm, aber ohne antidepressive Wirkung in Studien belegt. Wirkungseintritt: frühestens nach 2–4 Wochen regelmäßiger Einnahme. Den Bereich finden Sie unter Beruhigung, Schlaf & Nerven.

Die wichtigsten Wechselwirkungen – bitte vor der Einnahme lesen

Johanniskraut aktiviert Leberenzyme (CYP3A4) und beschleunigt dadurch den Abbau vieler Medikamente. Die Folge: diese Medikamente wirken schlechter oder gar nicht mehr. Konkret betroffen:

Pille (hormonelle Kontrazeptiva): Johanniskraut kann die Wirkung der Pille so stark reduzieren, dass Schwangerschaften eingetreten sind. Zusätzliche Verhütung unbedingt notwendig.

Marcumar (Phenprocoumon): INR sinkt, Thrombose- und Embolierisiko steigt. INR-Kontrolle und ärztliche Absprache erforderlich.

Antidepressiva (SSRI, trizyklische Antidepressiva): Serotonin-Syndrom-Risiko bei Kombination – nicht ohne ärztliche Rücksprache kombinieren.

Weitere: Cyclosporin (Transplantationspatienten), HIV-Medikamente, Digoxin, bestimmte Krebsmedikamente. Immer Packungsbeilage und Arzt/Apotheke fragen, wenn andere Medikamente eingenommen werden.

Wann Johanniskraut nicht ausreicht

Johanniskraut ist bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen wirksam – bei schwerer Depression ist es nicht ausreichend und kann die notwendige Behandlung verzögern. Anhaltende Niedergedrücktheit über 2 Wochen mit Freudlosigkeit, Schlafstörungen und Rückzug bitte ärztlich einordnen lassen.

Laif 900 oder Neuroplant – was ist besser?

Beide sind zugelassene Arzneimittel mit 900 mg Johanniskraut-Trockenextrakt und klinischer Wirksamkeit – identische Wirksamkeitsbasis, verschiedene Extraktstandardisierungen. Die Wahl ist eine Frage des Preises und der persönlichen Verträglichkeit. Wer eines gut verträgt, muss nicht wechseln.

Macht Johanniskraut lichtempfindlich?

Ja – besonders bei hellhäutigen Personen und bei hoher UV-Belastung. Während der Einnahme Sonnenschutz verwenden und Sonnenbänke meiden. Das Lichtempfindlichkeits-Risiko ist bei therapeutischen Dosen (900 mg) relevant, bei Tees vernachlässigbar gering.

Darf ich die Pille weiter nehmen, wenn ich Johanniskraut einnehme?

Nur mit zusätzlicher Verhütung – Johanniskraut kann die Wirkung hormoneller Kontrazeptiva deutlich reduzieren. Zusätzlich Kondom verwenden oder die Kontrazeption mit dem Arzt anpassen. Das gilt für Pille, Vaginalring und Pflaster.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Bei anhaltender Depression bitte ärztlich vorstellen. Bei Suizidgedanken: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 (kostenlos, 24 h).

E-Rezept wird eingelöst

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