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Schnupfen: Was im Körper passiert – und warum Nasenspray nur ein Teil der Antwort ist

Schnupfen ist lästig, harmlos – und für die meisten Menschen ein unterschätztes Thema. Was passiert eigentlich in der Nase, wenn der Schnupfen kommt? Warum hilft Nasenspray nur eine Weile? Und warum dauert es manchmal so verdammt lange, bis die Nase wieder frei ist? Hier erklären Ihre Apothekerinnen und Apotheker, was wirklich hinter dem Schnupfen steckt – und wie Sie klug damit umgehen.

Was im Körper passiert, wenn die Nase läuft

Wenn Erkältungsviren die Nasenschleimhaut befallen, reagiert das Immunsystem sofort: Die Blutgefäße in der Schleimhaut weiten sich, die Schleimproduktion steigt stark an – das spüren Sie als Schwellung und laufende Nase. Das ist keine Fehlfunktion, sondern Schutz: Der Schleim soll Viren herausspülen, die geschwollene Schleimhaut soll verhindern, dass noch mehr Erreger eindringen. Das erklärt auch, warum Nasenspray zwar die Nase öffnet, den Schnupfen selbst aber nicht verkürzt – es kämpft gegen das Symptom, nicht gegen den Virus.

Warum der Schleim die Farbe wechselt – und was das bedeutet

Zu Beginn einer Erkältung läuft die Nase klar und wässrig. Nach einigen Tagen wird der Schleim trüber, gelblich oder grünlich – das ist normal und bedeutet nicht automatisch eine bakterielle Infektion. Abgestorbene Immunzellen und Viren färben das Sekret ein; das ist ein Zeichen, dass das Immunsystem arbeitet, nicht dass etwas schiefläuft. Erst wenn die Gelbfärbung sehr intensiv ist, von starken Gesichtsschmerzen oder Fieber über 38,5 Grad begleitet wird und nach 7–10 Tagen nicht besser wird, lohnt der Arztbesuch.

Wie lange ist Schnupfen ansteckend – und wie lange dauert er?

Erkältungsviren werden am stärksten in den ersten 2–3 Tagen ausgeschieden – wenn die Symptome am stärksten sind und man am wenigsten daran denkt, auf Abstand zu gehen. Der gesamte Schnupfen dauert typisch 7–10 Tage; ein Rest-Schnupfen oder -Husten kann noch bis zu 3 Wochen anhalten. Wer schon nach 3 Tagen symptomfrei ist, hat Glück. Wer nach 14 Tagen noch stark betroffen ist, sollte zum Arzt.

Wann Schnupfen zur Nebenhöhlenentzündung wird

Schnupfen und Nasennebenhöhlen sind über enge Verbindungskanäle miteinander verbunden. Wenn die geschwollene Schleimhaut diese Verbindungen verstopft, kann sich Sekret in den Nebenhöhlen stauen – ein Gefühl von Druck und Schmerz über Stirn, Wangen oder hinter den Augen. Meistens löst sich das von selbst mit abschwellenden Nasensprays und viel Trinken. Wird der Druck sehr stark, kommt Fieber dazu oder bessert sich das Gefühl nach mehr als 10 Tagen nicht, ist ärztliche Abklärung sinnvoll – eine echte bakterielle Sinusitis braucht manchmal Antibiotika, ein normaler Schnupfen nie. Pflanzliche Präparate wie Sinupret können den Sekretabfluss bei Nebenhöhlenbeschwerden unterstützen; alles zum Thema finden Sie auch unter Schnupfenmittel.

Warum hilft Nasenspray nur für kurze Zeit?

Abschwellende Nasensprays verengen die Blutgefäße in der Schleimhaut – das öffnet die Nase für Stunden. Die Ursache (der Virus, die allergische Reaktion) bleibt aber bestehen und sorgt dafür, dass die Schwellung zurückkommt. Das Spray muss daher immer wieder neu angewendet werden – und genau deshalb gilt: maximal 7 Tage, sonst gewöhnt sich die Schleimhaut daran.

Bedeutet gelber Schleim, dass ich Antibiotika brauche?

Nein – gelblicher oder grünlicher Schleim ist beim normalen Erkältungsschnupfen normal und zeigt, dass das Immunsystem arbeitet. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Erkältungsviren. Ein Arztbesuch lohnt erst, wenn starke Gesichtsschmerzen, hohes Fieber oder anhaltende Verschlechterung nach mehr als 10 Tagen dazukommen.

Wie lange bin ich mit Schnupfen ansteckend?

Am stärksten in den ersten 2–3 Tagen, wenn die Symptome am schlimmsten sind. Die Viren werden über Nieser, Husten und kontaminierte Hände übertragen – Händewaschen ist der effektivste Schutz für andere.

Wann sollte ich mit Schnupfen zum Arzt?

Bei starken Gesichtsschmerzen oder Druck über den Nebenhöhlen, Fieber über 38,5 Grad, einseitiger Symptomatik, nach mehr als 10–14 Tagen ohne Besserung oder wenn es nach einer Phase der Besserung wieder schlechter wird. Kinder und ältere Menschen sowie chronisch Kranke bitte früher vorstellen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

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